Reinert Kunststofftechnik

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Biokunststoff

Biokunststoff - der Stoff der Zukunft! 

Die Zeiten, in denen Nylon und Polyester “in” waren sind vorbei. Darum wird es Zeit intelligentere Verfahren zur Herstellung unseres beliebten und notwendigen Materials Kunststoff einzusetzen. Da kommt ein Kunststoff aus Stärke wie gerufen der von Bakterien mithilfe von Milchsäure oder Essig hergestellt werden kann oder die Produktion eines Kunststoffes aus Holzabfallstoffen mit Zellulose. 

Unser Interesse gilt aber im Besonderen den Biokunststoffen die sogar ohne künstliche Zusatzstoffe auskommen, also biologisch abbaubar und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt sind. Die Erkenntnis, dass Mikroorganismen vereint mit Zucker einen Kunststoff ergeben, der wasserdicht ist und zudem noch weit mehr kann als geglaubt, möchten wir uns zunutze machen. 

Deshalb möchten wir uns die Möglichkeiten dieser Biokunststoffe einmal näher betrachten: 

z.B. Poganic - ein weißliches Granulat, das aussieht wie geschreddertes Abflussrohr. Grundlage dafür ist Polyhydroxyalkanoat, das mit Wachsen und Mineralien beigemischt, entsteht. Ein Kunststoff der sich wie Plastik in den üblichen Spritzgussmaschinen verarbeiten lässt. Poganic ist:

-          leicht

-          stabil

-          in allen Farben herstellbar

-          von normalem Plastik nicht zu unterscheiden

-          erdölfrei

-          biologisch abbaubar

-          und 100% aus natürlichen Rohstoffen. 

 

Ebenso gibt es halogenfreie, flammgeschützte PLA Biokunststoffe, die sich zudem noch beliebig einfärben lassen. Sie sollen sich hervorragend für die Anwendung in der Elektroindustrie eignen z.B. für Spulen, Gehäuse, Abdeckungen.

Das flüssige Holz

Lignin, das am zweithäufigsten vorkommende Polymer der Natur, bildet den Grundstoff für die Cellulosefasern. Es fällt jährlich in bis zu 50 Mio. Tonnen an, die bisher verfeuert wurden. Mischt man Lignin mit Naturfasern (Flachs, Hanf oder anderen Naturfasern) so erhält man einen Faserverbundwerkstoff, der auf herkömmlichen Kunststoffverarbeitungsmaschinen wie synthetisch hergestelltes Thermoplast zu Formteilen, Tafeln und Platten verarbeitet werden kann.Seine technischen Vorteile liegen in der Ähnlichkeit der Eigenschaften bei der Verarbeitung wie Holz. Ihre Standhaftigkeit Temperaturschwankungen auszuhalten, also formstabil bei Wärme zu bleiben, gilt als weitere Errungenschaft.Mögliche Produkte für flüssiges Holz können sein:

-          Möbel

-          Spielwaren

-          Automobil (Zier-Bedienelemente, Schalter, Verkleidungen)

-          Elektroartikel, Steckverbindungen, Schalter etc. 

 

Arboform ist zwar noch etwas teurer als gebräuchlicher Markenkunststoff, das wird sich sicher mittelfristig ändern. Selbstverständlich ist die Verarbeitung ebenfalls schadstoffarm und das Produkt biologisch abbaubar. Zu Arboform gehören die Biokunststoffe Arbofill und Arboblend, die je nach Verarbeitung und Ziel für verschiedene Produkte verwendet werden können.  

Die Kompostierbarkeit wird mittlerweile einem Nachweis unterzogen, der nun einer gewissen Prüfungsnorm entsprechen muss. Unter EN 13432 steht der Prüfungsumfang bzgl. chemischer Prüfung, biologische Abbaubarkeit, Entwicklung von CO2, Desintegration in Kompost, Rückstände usw., dem der Biokunststoff standhalten muss.Hält er diesem stand, erhält das Produkt in Deutschland das Keimling-Logo oder in anderen Ländern das Siegel „OK-Kompost”. Eine Zertifizierung von kompostierbaren Polymeren und Verpackungen besteht bereits und sie dürfen dementsprechend als Biokunststoff ausgezeichnet werden. 

Derzeit investieren alle großen Unternehmen der Kunststoffbranche in die Produktion von biobasierenden Kunststoffteilen. Momentan noch werden nur etwa 1% der Gesamtproduktion von 250 Millionen Tonnen Kunststoffen aus Biokunststoffen produziert.       

                                Dies wird sich mittelfristig deutlich verändern!!!